Archiv

  • Sächsischer Staatspreis für Design 2020

    Die neue Edition des Staatspreises verfolgt ein zentrales Anliegen: Nachhaltigkeit durch Design und Verantwortung für die Zukunft.
    Im Fokus steht Design als Mittler zwischen Mensch und Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt – ökologisch, ökonomisch und sozial.
    Als Anregung zur Gestaltung eines für Unternehmen attraktiven Arbeitsschutzes in Sachsen werden bundesweite Einreichungen in allen arbeitsschutzrelevanten Bereichen gesucht.

    Das Spektrum an Designleistungen ist hier sehr breit. Es reicht von technischen Textilien, persönlichen Schutzausrüstungen, Arbeitskleidung, Arbeitsplatzgestaltung über ergonomische Büroausstattungen und andere Arbeitsmittel bis hin zu Schutzvorrichtungen im Bereich Industriedesign. Gesucht werden außerdem kreative Kampagnen aus dem Bereich Kommunikationsdesign, die z. B. zu speziellen Arbeitsschutzthemen aufklären oder auf Gefahren am Arbeitsplatz hinweisen.
    Die Teilnahme am Sächsischen Staatspreis für Design ist gebührenfrei.

    Designpreis Sachsen 2020

  • Herr Dr. Brückner, der VDGAB-Vorsitzende, ist gestorben.

    Nach kurzer schwerer Krankheit verstarb der amtierende Vorsitzende des VDGAB.

    Zum Jahreswechsel hat Herr Dr. Brückner den Vorsitz des Vereins Deutscher Gewerbeaufsichtsbeamter übernommen. Mit viel Schwung und Elan ist er an die neue Aufgabe herangegangen. In der kurzen Zeit hat er schon vieles bewirkt. Wir werden ihn sehr vermissen.

    Nachruf Dr. Bernhard Brückner
    07.07.2018

    Dr. rer. nat. Bernhard Brückner ist am 02. Juli 2018 nach kurzer und schwerer Krankheit verstorben. Er wird allen Weggefährtinnen und Weggefährten, Kolleginnen und Kollegen sowie Freundinnen und Freunden in unvergesslicher Erinnerung bleiben.

    Dr. Brücker hat sich in vielen Funktionen mit Herz und Verstand für die Sicherheit und Gesundheit von Beschäftigten eingesetzt.
    Er hat in führender Position im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration über mehrere Jahrzehnte den Arbeitsschutz in Deutschland geprägt. Dr. Brückner hat nicht nur als Mitglied des Länderausschusses für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI) sowie der Nationalen Arbeitsschutzkonferenz (NAK) nachhaltige Spuren hinterlassen. So hat er sich bereits in den 90er Jahren für ein umfassendes Arbeitsschutzgesetzbuch eingesetzt. Er hat die Entstehung und Entwicklung der gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie inhaltlich gestaltet und maßgeblich vorangetrieben.

    Mit seinem großen Fachwissen und seinem strategischen Denken hat Dr. Brückner sich als Vizepräsident der Internationalen Vereinigung für Arbeitsinspektion (IALI) und als Leiter von Twinning-Projekten auch für den Arbeitsschutz in Europa und in der Welt eingesetzt.

    Seit Anfang 2018 engagierte sich Dr. Brückner mit seinen Kompetenzen und seinem Gestaltungswillen als Vorsitzender des Vereins Deutscher Gewerbeaufsichtsbeamter e.V. (VDGAB).
    Durch seinen unermüdlichen Einsatz aber auch seinen langen Atem wurde deutlich, dass die Gesundheit von Beschäftigten für Dr. Brückner eine Berufung war.

    Dr. Brückner war bei allen Kolleginnen und Kollegen sowie Weggefährtinnen und -gefährten wegen seiner offenen und hilfsbereiten Art beliebt. Die Gespräche und Diskussionen mit ihm waren menschlich und fachlich immer ein Gewinn.

    Der Arbeitsschutz verliert mit Dr. Brückner einen wirklich großen Unterstützer für die Gesundheit von Beschäftigten.
    Wir alle werden Bernhard Brückner vermissen. Als engagierten Kollegen und Arbeitsschützer, als wichtigen Ratgeber und als Mensch und Freund.

  • Herr Prof. Karl Getsberger ist gestorben.

    Der VDGAB trauert um seinen Ehrenvorsitzenden, Herrn Prof. Karl Getsberger.

    Der VDGAB trauert um seinen Ehrenvorsitzenden, Herrn Prof. Karl Getsberger
    04.09.2018

    Kennen Sie einen Gewerbeaufsichtsbeamten, der einen einarmigen Handstand auf Tisch oder Stuhl beherrscht? Ich kannte einen solchen. Den von mir hochgeschätzten ehemaligen Leiter des Gewerbeaufsichtsamtes München-Land, unseren Prof. Karl Getsberger.

    Am 01. Januar 1956, sie lesen richtig, begann Karl Getsberger seinen Dienst im Gewerbeaufsichtsamt Landshut. Sein Leben war von da an seinem sozialen Gewissen unterworfen. Sein Beruf wurde seine Berufung. Der arbeitende Mensch, der am Abend gesund zur Familie nach Hause kommen soll, war sein Leitbild, seine Maxime. Welchen Umständen dieses feste christliche Menschenbild entstammt, wurde uns als Anwärter vor Augen geführt. Wir nannten seine Sammlung von Dias mit Bildern von Verunglückten „das Horrorkabinett“, und es bedurfte schon einiger tiefer Luftzüge um die Schrecken, die die getsberger‘schen Bilder von Arbeitsunfällen hervorriefen, zu verdauen.

    Nicht nur die individuelle Sicherheit hat Prof. Getsberger bewegt, auch technische Lösungen tragen seine Handschrift. Der Hauzenberger Hammer half die Silikose bei den Granitwerkern zu reduzieren, die Schneefeldsprengungen haben so manchen Bergfreund das Leben gerettet. An seine Aufsichtstätigkeit wird für immer das Dach des Olympiastadions in München erinnern.

    Seine Energie war mit den alltäglichen Anforderungen keineswegs erschöpft. Er engagierte sich über Jahre als Vorsitzender des VDGAB, gewann sogar Vereinsmitglieder aus dem nahen Südtirol dazu. Die IALI (international Organisation of Labour Inspection), oder wie er sich auszudrücken pflegte, die Association Internationale de l’ Inspection du Travail in Genf war eines seiner Babys, eine Herzensangelegenheit, der er als Vizepräsident, technischer Berater und schließlich Ehrenmitglied immer verbunden blieb. Er brachte es zu Stande dass der VDGAB als deutscher Vertreter in der IALI akzeptiert war, nachdem sich auf Bundesebene kein gemeinsamer nationaler Standpunkt erzielen ließ. Professor Getsberger vertrat seine Ansichten über eine starke Arbeitsschutzverwaltung nicht nur in den inneren Zirkeln, sondern auch in politischen Gremien. Seine Stimme und die ehrliche Überzeugungskraft fanden selbst im wichtigen Wirtschaftsbeirat der CSU Gehör.

    Anfang der neunziger Jahre beendete Professor Getsberger seine dienstliche Karriere. Von den Belangen der Gewerbeaufsicht konnte er aber nicht lassen. In 2004 als die Verwaltungsreform Gestalt annahm, hat sich Professor Getsberger mit Schreiben voller Empathie an die politisch Verantwortlichen gewandt. Vielleicht ist es auch ihm zu verdanken, dass die bayerische Gewerbeaufsicht Ihren Namen behalten hat und an die Regierungen angegliedert und nicht eingegliedert wurde. Die letzte persönliche Begegnung mit Karl Getsberger hatte ich Anfang Juli 2018 am Rande der Sommertagung der Leiter der Gewerbeaufsichtsämter. Es war jahrelanger Brauch, dass nach der offiziellen Begrüßung durch das Regierungspräsidium Karl Getsberger das Wort an die hohe Corona richtete. Ganz Gentleman und mit seinen fast 94 Jahren geistig äußerst rege, hat er formvollendet die Notwendigkeit beschrieben, auch in den modernen Zeiten von Arbeit 4.0 für gesunde und sichere Arbeitsplätze und eine schlagkräftige Gewerbeaufsicht zu sorgen.
    Wir haben uns auch über die 100 Jahr Feier des VDGAB in Dortmund unterhalten. Er wollte kommen, so Gott will. Gott wollte, dass er seiner kürzlich verstorbenen Gattin folgt.

    Prof. Karl Getsberger, der große alte Herr, eine Galionsfigur des Arbeitsschutzes und ein wirklich feiner Mensch, ist von uns gegangen. Wir werden ihn vermissen.